Schersysteme: Scherfolie, Rotationsrasierer und sonstige technische Ausstattung

Seitdem Philips den sogenannten Rotationsrasierer erfunden hat, fragen sich speziell Männer: Was ist besser? Ein Rasierer mit Scherfolie oder einer mit Rotationsbetrieb? Eine klare Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Neben den beiden verschiedenen Schersystemen sind noch folgende technische Merkmale bedeutsam:

  • Selbstschärfende Schersysteme
  • Lift & Cut
  • Schallwellen-Technologie

Folienrasierer

Die Folienrasierer besitzen einen Klingenblock, der von einer Scherfolie umhüllt ist. Der Motor setzt die Klingen in Bewegung und lässt sie mit hoher Geschwindigkeit hin- und hervibrieren. Die darüberliegende Folie verhindert, dass die Haut dabei in direkten Kontakt mit den Messern kommt.

Logischerweise bleibt dadurch immer ein Stück vom Barthaar stehen. Deshalb sind die Scherfolien möglichst hauchdünn, um die Stoppel so kurz wie möglich zu halten.

Folienrasierer verfügen über eine eher flache Rasierfläche. Deshalb eignen sie sich in erster Linie dafür, gerade Bewegungen auszuführen. Auch Männer, die sich zum Beispiel einen Kinnbart wachsen lassen, profitieren davon. Denn die Grundform des Folienrasierers sorgt dafür, dass sie eine exakt gerade Kante an den Bartkonturen ziehen können.

Die Reinigung des Klingenkopfs ist aber mitunter problematisch. Die Schneiden sind im wahrsten Sinne des Wortes rasiermesserscharf. Wenn man mit einer feinen Bürste in die engen Zwischenräume gelangen will, hat man sich dabei schnell in den Finger geschnitten.

Rotationsrasierer

Rotationsrasierer bestehen hingegen aus drei separaten Klingen, die sich um die eigene Achse drehen. Sie sitzen auf dem Rasierkopf auf und können sich den Gesichtskonturen anpassen. Rotationsrasierer arbeiten wesentlich schneller als ein Scherfolienrasierer, weil die Rasierfläche größer ist.

Zudem bearbeiten diese Elektrorasierer die Barthaare gleichzeitig von mehreren Seiten. In Tests wird ihnen deshalb regelmäßig bescheinigt, dass die Rasur dadurch etwas gründlicher ausfällt als bei einem Folienrasierer. Speziell im Hals- und Kinnbereich sind die Rasurergebnisse deutlich besser. Dafür verhält sich der Folienrasierer schonender zur Haut.

Allerdings erfordern die rotierenden Klingen eine gewisse Übung im Handling. Denn man sollte mit dem Rasierer immer Kreisbewegungen im Gesicht ausführen. Für manche Nutzer bedeutet dies zunächst eine große Umstellung.

Aus genau diesem Grund taugen Rotationsrasierer auch wenig zum Nachschneiden von Koteletten oder Bartkonturen. Sie rasieren nun einmal Kreisflächen und keine geraden Kanten. Allerdings sind für einige Modelle spezielle Aufsätze für das Styling von Bärten erhältlich.

Rotationsrasierer reinigt man anders als Folienrasierer. Man legt sie rund fünf Minuten in eine spezielle Reinigungsflüssigkeit ein, die alle Bartreste und jedes Körperfett von den Klingen ablöst. Alternativ sind inzwischen viele Rasierer erhältlich, die mit einer Reinigungsstation ausgestattet sind. Die Station übernimmt die Säuberung vollautomatisch.

Selbstschärfende Schersysteme

Rasierschneiden nutzen sich wie jede andere Klinge mit zunehmendem Gebrauch ab. Im Gegensatz zu einem Messer findet man im Handel jedoch keinen Schleifblock oder Wetzstein vor, um den Rasierer wieder in Schuss zu bringen. Für die Folienrasierer sind allerdings Ersatzschneidköpfe erhältlich, die man gegen den alten Schwingkopf problemlos austauschen kann.

Neuerdings werben einige Hersteller damit, dass ihre Scherköpfe selbstschärfend sind. Meistens sind diese Rasierer etwas teurer. Deshalb sollte man gegebenenfalls nachschauen, wie viel man für einen Ersatzschwingkopf bei einem Konkurrenzprodukt anlegen muss. Außerdem ist es von Vorteil, wenn der Scherkopf völlig ohne Maschinenöl auskommt.

Lift & Cut und Schallwellentechnologie

Ein weiteres technisches Feature, das viele moderne Elektrorasierer bieten, ist das Lift & Cut-System. Der Rasierer hebt mit der ersten Klinge das Barthaar lediglich minimal an, damit er es mit der zweiten Klinge besser erwischen kann. Die Rasur ist folglich gründlicher, aber zugleich auch schonender.

Rasierer mit Schallwellentechnologie verfolgen ein ähnliches Ziel, benutzen aber eine andere Technik. Sie erzeugen auf der Haut ultraschnelle Vibrationen. Dadurch richten sich die Haarwurzeln in der Haut auf. In der Folge kann der Rasierer mehr vom Haar abschneiden.

  • Der Bedienungskomfort

Die Bedienungsfreundlichkeit fängt schon bei der einfachen Verständlichkeit der Gebrauchsanweisung an. Viele Produktbeschreibungen von Elektrorasierern lesen sich heutzutage wie die Beschreibung für ein High-End-Elektronikgerät. Dabei wollen die meisten Nutzer einfach nur das Gerät anschalten und rasieren. Wenn also nicht gleich ersichtlich ist, wo man den Rasierer ein- und ausschaltet, ist bei der Konstruktion etwas schiefgelaufen. Wichtig sind zudem folgende Punkte:

  • Ergonomie
  • Akku
  • Reinigung
  • Die Ergonomie

Die Knöpfe und Schalter sollten übersichtlich angeordnet sein. Eventuelle Skalen für die Einstellung der Schnittlänge sollten gut ablesbar sein. Der Langhaarschneider muss sich rasch und ohne Kraftanstrengung ausklappen bzw. aufschieben lassen.

Die Ergonomie spielt ebenso eine Rolle. Der Rasierer muss gut in der Hand liegen, ohne dass die Finger verkrampfen. Die Griffzone sollte mit einer rutschfesten Beschichtung versehen sein, damit der Rasierer nicht unversehens aus der Hand flutscht.

  • Der Akku

Nach Möglichkeit sollten die Elektrorasierer mit einer Ladestandanzeige ausgerüstet sein. Dieser kann man entnehmen, wie viel Strom der Akku noch enthält. Andernfalls sollte der Rasierer auch mit einem Netzkabel versehen sein. Denn morgens haben die wenigsten Menschen Zeit, auf das Laden des Akkus zu warten.

Die Ladestandanzeige ist außerdem von Vorteil, weil die Leistung vieler Rasierer nachlässt, sofern die Batterien einen gewissen Füllstand unterschreiten. Wenn die Barthaare mehr ausgerissen als geschnitten werden, ist dies nicht im Sinne des Erfinders. Zudem sollte sich die Ladezeit des Akkus in überschaubaren Grenzen halten.

  • Die Reinigung

Die regelmäßige Reinigung des Rasierers ist unabdingbar. Sobald sich die Scheren mit Schmutz zusetzen, arbeiten sie nicht mehr effektiv. Deshalb sollte das Reinigen möglichst einfach vonstattengehen.

Gute Rasierer sind so gebaut, dass man zum Beispiel die Scherfolie mit einem Handgriff abziehen kann. Empfehlenswert sind zudem Geräte, die man unter fließendes Wasser halten darf. Denn so lässt sich der Schmutz in den engen Zwischenräumen am einfachsten ausspülen.

Wer zum Beispiel wegen einer empfindlichen Haut sehr viel Wert auf Hygiene legt, sollte sich einen Rasierer mit Reinigungsstation zulegen. Die Station reinigt nicht nur automatisch die Klingen von Haaren, Hautzellen und Fett. Sie desinfiziert gleichzeitig den gesamten Scherkopf.

Hersteller

Derzeit sind drei Markenhersteller führend im Bereich der Elektrorasierer:

Braun und Panasonic setzten ausschließlich auf Folienrasierer. Philips wiederum konzentriert sich voll und ganz auf Rotationsrasierer. Wenn man nach einem Hersteller sucht, der beide Schersysteme im Angebot hat, wird man bei Remington fündig. Remington gehört neben Gilette auch nach wie vor zu den führenden Herstellern für Nassrasierer.

Braun

Was vielen vielleicht nicht bewusst ist: Ein Rasierer verschaffte dem heute weltbekannten Konzern Braun einst zum Durchbruch. Der S 50 verwendete erstmals eine federnde Klinge, die sich wesentlich besser den Gesichtskonturen anpassen konnte. Diesem Bauprinzip ist Braun bis heute treu geblieben.

Der flexible Schwingkopf ermöglicht eine gründliche Rasur selbst an eher schwer erreichbaren Stellen. Braun hat zudem Systeme wie Lift & Cut oder OptiFoil in petto, die selbst kleinste oder eng anliegende Haare zu packen bekommen. Braun gilt obendrein als Erfinder der Schallwellen-Technologie. Trotz der feinen technischen Ausstattung sind Braun-Rasierer bereits für einen sehr günstigen Einsteigerpreis erhältlich.

Panasonic

Der japanische Elektronikhersteller Panasonic führt eine große Zahl an Rasierern in seinem Sortiment. Das Unternehmen konzentriert sich vor allen Dingen auf reinrassige Trockenrasierer und Kombinationen aus Nass- und Trockenrasierern. Die Geräte können in der gehobenen Preisklasse mit Features wie einer LCD-Anzeige, einer Reinigungsstation sowie einem 4-fach-Scherkopf punkten.

Normalerweise verwenden Elektrorasierer maximal drei Scherköpfe. Das 4-fach-System verteilt den Druck des Rasierers noch optimaler auf der Haut. Dadurch fällt die Rasur spürbar sanfter aus. Für Schnurrbärte und Koteletten besitzen die Panasonic-Rasierer einen ausfahrbaren Langhaarschneider.

Philips

Auch der Erfolg von Philips hängt wie bei Braun eng mit einem Rasierer zusammen. Der „Philishave“ war 1934 ein sensationeller Erfolg. Die Drei-Zonen-Rotationsrasierer sind bis heute das unverwechselbare Erkennungszeichen des niederländischen Elektronikkonzerns.

Philips hat das Sortiment seiner Rasierer dabei in zwei Produktreihen aufgeteilt:

  • die klassischen Trockenrasierer unter den Seriennummern 6000, 7000 und 8200
  • die innovativen GyroFlex-Rasierer unter dem Label Senso Touch

Die klassischen Philips-Rasierer verfügen über Lift & Cut-System und Schneidfolien, die mit unterschiedlich großen Schlitzen und Löchern ausgestattet sind. So entfernen die Elektrorasierer auch kleinste Härchen. Zudem sind die hochwertigeren Modelle mit wesentlich größeren Scherköpfen ausgerüstet. Dadurch vergrößert sich die Rasierfläche um 50 Prozent.

Die Besonderheit der Senso-Touch-Modelle sind die extrem flexiblen Schwingköpfe. Während bei einem normalen Folienrasierer bereits ein Drehwinkel von 30 ° als ausgezeichnet gilt, schafft der Senso Touch im Extremfall eine komplette 360-Grad-Drehung. Dadurch kann er sich tatsächlich jeder Gesichtsform anpassen und gelangt sogar noch an Haare, die absolut flach anliegen.

Fazit

Bei Rasierern sollte man sich langsam vorantasten. Als Einsteigermodell sind einfache Trockenrasierer oder Nass-/Trockenrasierer sehr zu empfehlen. Auch Frauen sollten zunächst mit einem Lady-Shaver beginnen, bevor sie auf einen Nassrasierer oder einen Epilierer umsteigen.

Denn für jede Haut bedeutet eine Rasur zunächst einmal Stress. Sie wehrt sich dagegen, indem sie sich rötet oder mit einer heftigen Akne reagiert. Der Trockenrasierer geht von allen Rasierertypen am schonendsten mit der Haut um.

Wenn man bereits einige Erfahrung mit einem Rasierer gesammelt hat, kann und sollte man andere Methoden ausprobieren. Denn nur so lernt man, welche Rasur am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Mit zunehmendem Alter steigen gleichzeitig die Erwartungen an einen Rasierer. Da man nun sehr genau weiß, was man will, kann man ruhigen Gewissens ein paar Euro mehr anlegen für sein Wunschmodell. Denn Rasierer sind grundsätzlich sehr langlebige Produkte.

Die Frage, ob man sich einen Folien- oder Rotationsrasierer zulegen soll, ist letztendlich Geschmackssache. Wer es beim Rasieren eilig hat, schafft sich besser einen Rotationsrasierer an. Wer unter empfindlicher Haut leidet, bleibt lieber beim Folienrasierer.

Für alle Menschen, die neben einer Gesichtsrasur auch Wert auf eine Ganzkörperpflege legen, macht die Anschaffung eines Body-Groomer Sinn.

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