Intimrasur und Schamhaarentfernung – Ja oder Nein – Welche Funktion haben Schamhaare?

Zu viele Haare an den „falschen“ Stellen gelten in unserer heutigen Zeit nicht selten als unästhetisch. Genauso wie zuviel Haarwuchs (Hirsutismus) bei Frauen. Zudem wird eine zu starke Behaarung auch oft als unhygienisch empfunden. In diesem Zusammenhang sind vor allem bestimmte Regionen wie Nasen-, Ohr- oder aber auch Intimbehaarung äußerst unbeliebt und wirken auf viele Menschen auch oftmals abstoßend.

Es zeigen sich zwar neuerdings immer häufiger auch Gegenbewegungen, die für eine Etablierung bzw. Zurückbesinnung drängen, aber diese stehen erst am Anfang und erfreuen sich noch keiner großen Beliebtheit. Allerdings haben Schamhaare eine von der Natur vorgesehene, nützliche Funktion. Auch wenn man es vielleicht kaum glauben mag.

Das Wachsen der Schamhaare beginnt in der Regel mit Eintritt in die Pubertät und zeigt sich unter anderem eben auch in der Region der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane bzw. der angrenzenden Region. Schamharre gehören zur Körperbehaarung, die sich als so genanntes „sekundäres Geschlechtsmerkmal“ herausbildet. Ganze Industriezweige haben begonnen, sich der vollständigen oder partiellen Entfernung des Schamhaars- der Schamhaarentfernung – vor allem im Intimbereich, zu widmen. Schließlich stellt die „richtige“ Rasur das geltende Schönheitsideal dar… auch wenn es diesbezüglich gravierende Unterschiede in den einzelnen Kulturkreisen zu geben scheint.

Der Nutzen von Schamhaaren

Doch welchen Nutzen hat dieses für viele so unästhetische, sich kräuselnde und als nutzlos bzw. störend empfundene Haar?

Evolutionsbiologisch gesehen haben Schamhaare sehr wahrscheinlich eine ähnliche, wenn nicht sogar die gleiche Funktion, wie auch die Achselhaare, die übrigens ebenfalls zu den eher unbeliebten Behaarungen zählen.

Somit stehen auch die Schamhaare im Dienst der Verdunstung von Duftdrüsen-Sekreten für den geschlechtsspezifischen Körpergeruch – in diesem Fall dann im Scham- und Leistenbereich. Dabei kommt den Schamhaaren die besondere Aufgabe zu, die aus den Geruchsdrüsen abgesonderten Sekrete aufzufangen und diese zu verstärken. Im Primatenbereich deutet die Verdunstung, dieser, auch als „Pheromone“ bezeichneten Sekrete, die generelle Paarungsbereitschaft des Trägers an. Ob dies auch Einfluss auf die menschliche Partnerwahl hat, ist bis heute noch nicht genau bekannt.

Eine weitere Funktion der Schamhaare ist die, dass sie auch, wenn auch nur im begrenzten Umfang, Schutz vor Fremdkörpern und Krankheitserregern, sowie vor Kälte und Hitze bieten. Allerdings muss hier erwähnt werden, dass übermäßige Behaarung, die nicht regelmäßig gepflegt bzw. gesäubert wird, schnell einen umgekehrten Effekt erzielen kann.

Warum eine Intimrasur oder Schamhaarentfernung durchführen?

Rasieren oder nicht rasieren? Diese Frage spaltet recht schnell die Gemüter. Auch wenn sich wohl die Mehrheit der Gesellschaft für eine Rasur aussprechen würde, gibt es doch auch immer wieder Menschen, die dem geltenden (gesellschaftlichen) Schönheitsideal entgegenwirken. In den 1970er Jahren oder früher war es schließlich auch noch völlig normal sich nicht zu rasieren. Heutzutage gehört eine Rasur des Intimbereichs schon zum gängigen Ideal und Gründe sich zu rasieren gibt es sicher sehr viele. Die meisten Menschen rasieren sich jedoch vermutlich aus Gründen der Hygiene und Ästhetik.

Auch ein rasierter Intimbereich bedarf zwar immer noch einer gelegentlichen bzw. täglichen Pflege, ist aber nicht so anfällig für Bakterien und Co. wie ein unrasierter. Schnell bleiben Schmutz und Fremdstoffe in der Behaarung kleben, die dann auch entfernt werden sollten. Zwar bietet die Behaarung Schutz vor Krankheitserregern und Fremdkörpern, kann allerdings genauso schnell zur Brutstätte dieser werden. Letzten Endes ist es immer noch eine persönliche Frage, ob man sich rasieren möchte oder eben nicht. Wenn Du Dich allerdings für eine Rasur entschieden hast, brauchst Du nur die folgenden Dinge:

  • einen guten Rasierer
  • Rasiergel oder –Schaum bzw. Intim-Waschlotion
  • Pflegecreme, Hautöl oder Babypuder

Die Haut im Intimbereich ist nämlich besonders empfindlich und dort befinden sich nicht nur viele Nervenenden, sondern auch etliche Talgdrüsen, die es vor dem Austrocknen zu schützen gilt. Wenn Du hier nicht mit Vorsicht agierst, verstopfen diese kleinen Talgdrüsen und unangenehme Pickelchen können -gerade nach einer Rasur- die Folge sein.

Intimrasur und Schamhaarentfernung – Methoden

Wer jetzt aber denkt, dass es wohl nichts Unkomplizierteres gibt, als eine klassische Intimrasur, liegt falsch. Im Folgenden wird auf die verschiedenen Verfahren eingegangen, die sich mit Hinblick auf die Entfernung der Schamhaare anbieten. Hierbei ist die gebräuchlichste Variante immer noch die Haarentfernung mittels Rasierer (sprich die Schamhaarrasur oder auch besser bekannt als „Intimrasur“).

Schamhaarentfernung mittels Rasur:

Die klassische Rasur belegt immer noch ungeschlagen den ersten Platz. Hierbei handelt es sich um die wohl beliebteste Methode, sich von unbeliebter Intimbehaarung zu befreien. Allerdings ist im Zusammenhang mit der Rasur zu beachten, dass das Ergebnis der Schamhaarrasur oft nur unmittelbar nach der Rasur eine glatte Hautpartie verspricht. Oftmals schon einen Tag nach der Prozedur tauchen hier wieder erste Stoppeln auf. Wer sich ein etwas langfristigeres Ergebnis erhofft, wird hier enttäuscht, denn Rasur bedeutet tägliche Pflege – sofern eine dauerhaft glatte Haut vorausgesetzt wird.

Eine Rasur bedeutet in den meisten Fällen aber immer auch Stress für die Haut, die rasiert wird. Zwar treten meist keine Schmerzen auf, dennoch kann vor allem trockene und empfindliche Haut schnell erröten. Zudem können sich gerade dann kleine Pickelchen bilden. Unter Umständen können auch, sofern vorhanden, Infektionen durch die Rasur im Ganzen rasierten Areal verteilt werden. Wir empfehlen übrigens die Anwendung eines Rasierhobels für die Rasur.

Enthaarungscreme:

Eine weitere Methode stellt die Enthaarungscreme dar. Allerdings garantiert auch diese nur direkt nach der Anwendung eine vollständig glatte Hautpartie. Hier ist leider auch zu beachten, dass die Qualität des Endergebnisses stark variiert und von dem Produkt, welches verwendet wird, abhängig ist.  Da viele Enthaarungscremes reizende Wirkstoffe enthalten, die zu allergischen Reaktionen führen können, ist hier von einer Anwendung bei besonders empfindlicher und leicht reizbarer Haut abzuraten. Vor allem Schleimhäute sind besonders gefährdet, und auch der Kontakt mit Deinen Augen sollte vermieden werden.

Temporäre Epilation:

Im Zusammenhang mit Begriffen wie dem Bikinizonen-Waxing ist diese Methode vor allem bei Frauen bekannt und auch beliebt. Sie verspricht vollständige Glätte, die bis zu einem Monat anhält. In den darauffolgenden 1 bis 1,5 Monaten kommt es zum Nachwachsen der Haare, die mit dünner und weicher Spitze erscheinen. Nach einer Übergangsphase von circa einer Woche haben die Haare die notwendige Länge (2-4mm) für eine erneute Anwendung.

Die Kosten für eine solche Art der Behandlung können hier aber extrem schwanken und sind vor allem in der Anfangszeit, in der Sie mit dem Wachsen beginnen, oftmals aufgrund des Mehraufwandes etwas höher als zu einem späteren Zeitpunkt. Je nach Methode und Art der Entfernung können diese noch weiter variieren. Sie haben hierbei -zusammengefasst- die Wahl zwischen dem Kauf eines Epiliergerätes oder Wachsstreifen (warm oder kalt) für Zuhause oder dem Gang ins Studio.

Dauerhafte Epilation:

Zum Schluss ist es ebenso wichtig, noch auf eine dauerhafte Epilation zu verweisen. Diese garantiert einen vollständig glatten Intimbereich und arbeitet entweder auf IPL oder lasergestützter Basis. Der einzige Nachteil ist der, dass sich diese Prozedur -wie der Name schon sagt- nicht mehr rückgängig machen lässt.  Für einen maximalen Erfolg ist es allerdings auch erforderlich, dass Du Dich einer mehrmaligen Behandlung von drei bis sechs Anwendungen in etwa zweimonatigen Abständen unterziehst.

Als Folge der Behandlung können, wie auch bei der Rasur und dem Waxing, Hautirritationen und Reizungen entstehen, die allerdings mit der Zeit wieder abheilen. Diese Variante der Haarentfernung ist jedoch eher für den großen Geldbeutel geeignet und schlägt mit 300- 600 Euro (pro Behandlung 100Euro, 3-6 Behandlungen in monatlichem Abstand) zu Buche.

Mehr Information über die IPL-Methode

Pickel nach der Intimrasur vermeiden

Lästige und zugleich unschöne Nebeneffekte der Schamhaarrasur der Bikinizone können unter anderem Rötungen, Hautirritationen und die Entstehung von kleinen Pickeln sein. Möchtest Du diese Folgen vermeiden, ist es wichtig, sich an drei einfache Schritte zu halten:

  1. Schritt – Haut vorbereiten:

Sollten Deine Haare im Intimbereich mal wieder zu lang werden oder sich als störend herausstellen und Du spielst mit dem Gedanken, diese zu rasieren, bereite Deine Haut am besten zu zunächst auf die Behandlung vor. „Aber wie?“ fragst Du Dich? Das Vorgehen ist hier ganz einfach. Am besten nimmst Du Dir eine einfache Schere zur Hand und stutzt die langen Haare zunächst grob ab, natürlich kannst du dazu auch einen handelsüblichen Barthaartrimmer verwenden. Kleiner Tipp: Wasser kann hier helfen, die Haare und die Haut aufzuweichen. Also nach dem Duschen oder nach einem wohligen Bad ist der ideale Zeitpunkt für eine Intimrasur.

  1. Schritt – die Handhabung der Klinge:

Setze Dich für die Rasur am besten bequem hin und entferne die Haare in Wuchsrichtung. Bei kritischen Stellen und schwer zugänglichen Bereichen kann es helfen, die betroffenen Regionen mit den Fingern zu spreizen. Hast Du die meisten Haare entfernt, rasiere ein zweites Mal, jedoch dann entgegen der Wuchsrichtung. Im Anschluss ist es wichtig, die Reste des Rasierschaums ordentlich abzuspülen. Wichtig: Rasiere nicht zu oft über die selben Hautstellen, mehr als zweimal sollte die Haut nicht gereizt werden.

  1. Schritt – die Nachbehandlung:

Die Nachbehandlung stellt ebenfalls einen wichtigen Schritt der Rasur dar, da sie dafür Sorge trägt, dass vor allem empfindliche Haut geschützt wird und Pickelbildung vermieden werden kann. Deshalb gilt nach der Rasur: ordentlich und sorgfältig abtrocknen und anschließend eincremen! Je nach Hauttyp und Vorliebe ist es wichtig, hier ein passendes Pflegeprodukt auszuwählen. Achte aber darauf, dass dieses keinen reizenden Alkohol enthält. Für besonders empfindliche Haut eigenen sich naturreines Hautöl oder Babypuder.

Intimrasur bei der Frau

Für Frauen gelten oftmals besondere Bedürfnisse und spezielle Produkte, die im Rahmen der Intimrasur zum Einsatz kommen sollten. Verwende hier am besten eine Intim-Waschlotion. Denn gerade der weibliche Intimbereich ist durch die Scheidenöffnung direkt zur Vagina überaus empfindlich. Deshalb solltest Du unbedingt auf pH-neutrale Produkte achten, die speziell für diese Zone entwickelt wurden. Manche Produkte sind sogar mit Milchsäurebakterien versehen, die zusätzlich die Flora der Vagina vor Infektionen schützen können.

Intimrasur beim Mann

Männer hingegen können in der Regel problemlos und ohne Bedenken zu ihrem Rasiergel greifen, welches sie auch für ihr Gesicht verwenden. Im Gegensatz zum weiblichen Intimbereich weist der männliche keine derart empfindlichen Stellen auf. Aber achte darauf, dass Du am besten Rasiergel verwendest. Rasierschaum ist oft zu locker für eine Schamhaarrasur und schützt die Haut nicht ausreichend.

Schamhaarfrisuren

Nicht immer werden alle Intimbehaarungen auch komplett entfernt. Seit den frühen 1990er Jahren entwickelte sich ein regelrechter Trend zu Frisuren in diesem Bereich. Dabei entstanden die unterschiedlichsten Variationen. Die bekanntesten unter ihnen sind…:

  • der vertikale Strich/Balken in der Mitte
  • ein Dreieck
  • ein Pfeil mit der Spitze nach unten.

Aber auch andere, meist geometrische Muster, fanden den Weg in den Intimbereich zahlloser Frauen und, wenn auch eher seltener, Männer.

Zu den, vor allem bei Frauen, beliebtesten Formen, zählt der so genannte „vertikale Irokese“. Je nach Dichte der Schamhaare ergaben sich daraus unterschiedliche Wirkungen. Im Falle des vertikalen Iros sind die Schamlippen meist komplett rasiert und sichtbar. Auffälliges Merkmal ist der lange oder gekürzte Streifen bis herunter zu den Schamlippen. Diese Frisur wird übrigens umgangssprachlich auch als „Landingstrip“ bezeichnet. Auch die Möglichkeit der Tönung oder dauerhaften Färbung der Schamhaare besteht.

Foto © kei907

Posted in Allgemein, Intimrasur, Rasur.

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