Enthaarungscreme – Wirkung, Anwendungsbereiche und mögliche Nebenwirkungen

Foto © Jacek Chabraszewski

Enthaarungscremen polarisieren die Frauenwelt ( und zum Teil auch die Männerwelt): Manche schwören auf  Haarentfernungscremen, andere wollen diesen vermeintlichen Chemiecocktail nicht in die Nähe ihrer Haut kommen lassen.

Wie so oft liegt die Wahrheit – bei Themen die leidenschaftlich diskutiert werden – in der Mitte. Fakt ist: Die Haarentfernung ist ein für die Haut nicht angenehmer Vorgang und bis dato wurde noch keine Methode erfunden, die perfekt ist. Alle Methoden haben Vor- und Nachteile und für bestimmte Menschen und Charaktäre sind manche Methoden schlicht bessser geeignet als andere. Verallgemeinern und von sich auf andere schließen, darf man bei diesem Thema jedoch nicht.

Im folgenden Beitrag wollen wir deshalb auf die Vorteile und Nachteile von Enthaarungscremen eingehen. Am Ende musst du entscheiden, ob für dich die Pros oder Cons überwiegen: Es sind schließlich deine Haare und deine Haut.

Enthaarungscreme vs. Rasieren

Es gibt genau 2 Methoden, die dazu geeignet sind, unerwünschte Haare zu entfernen, ohne Schmerzen zu verursachen: Methode Nummer eins ist die Behandlung mit einer Enthaarungscreme, Methode Nummer zwei ist das Rasieren.

Die Schmerzlosigkeit ist die größte Gemeinsamkeit dieser zwei Methoden, ansonsten unterscheiden sie sich sehr voneinander.

Beim Enthaaren mittels Creme werden die Haare dank eines chemischen Prozesses entfernt. Auf den ersten Blick ähnelt das Resultat der Haarentfernung mittels Epilieren oder Waxing. Es werden jedoch nicht die Haar-Wurzeln entfernt, weshalb das Resultat nicht langandauernd ist. Beim Rasieren entfernt du nur die Haare ebenfalls nur an der Oberfläche, sodass die Wurzel intakt bleibt und die Haare schon bald wieder nachwachsen.

Bei der Anwendung einer Enthaarungscreme werden die Haare jedoch auch unter der Haut zerstört (bei einer Rasur schneidest du sie knapp über der Hautoberfläche ab), weshalb deine Haut nach einer Behandlung mittels Creme etwas länger glatt bleiben wird.

So gesehen ist die Anwendung einer Haarentfernungscreme effektivere effektiveren Methode als die Rasur.

Warum ist diese Methode im Vergleich zur Rasur aber so viel weniger beliebt?

Nun, vielen Menschen haben vor dem chemischen Prozess Angst, der bei der Anwendung einer Enthaarungscreme stattfindet. Es wird befürchtet, dass die Haut übereizt oder Allergien ausgelöst werden. Sind diese Ängste gerechtfertigt?

Wie funktionieren Enthaarungscreme?

Enthaarungscremes bieten eine schnelle, bequeme und sichere Möglichkeit, unerwünschte Haare zu Hause zu entfernen. Aber wie funktionieren diese Wundercremen eigentlich? Wird ein Chemiecocktail verwendet und ist dieser schädlich für die Haut?

Fragen über Fragen. Hier geben wir dir Antworten:

Enthaarungscremes brechen die Keratinstruktur der Haare. Dafür sorgen die Bestandteile Thioglykolsäure und Natriumhydroxid. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin, wird dieses zersetzt, lösen sich auch die Haare auf, so dass sie schwach genug sind, um abgebrochen bzw. weggewischt zu werden.EIn kleiner Nachteil der Methode ist, dass in den meisten Fällen nicht die Haarwurzel zerstört wird. Daher wachsen die Haare auch schon wieder nach wenigen Tagen nach. Für eine wirklich langanhaltende glatte Haut, ist es nötig auf Methoden zurückzugreifen, die auch die Haarwurzel zerstören. Daz zählen unter anderem:

  • Waxing
  • Sugaring
  • IPL (Intense pulsed light)

Nicht alle Menschen vertragen Enthaarungscremen gleichermaßen gut: Sie können Allergien auslösen oder die Haut irritieren. Wir empfehlen daher, die Creme zuerst an einer kleinen Hautstelle zu testen, bevor du damit beginnst, deinen gesamten Körper einzucremen.

Die Vorteile und Nachteile von Enthaarungscremen

Vorteile:

1. Enthaarungscremes sind eine schmerzlose Option.

Unserer Meinung nach ist das der größte Vorteil. Rasieren ist ein aufwendiger Prozess und das Epilieren oder Wachsen der Haare, kann große Schmerzen verursachen. Daher werden Enthaarungscremen oft von Frauen verwendet, die Schmerzen vermeiden wollen.

Schon nach wenigen Minuten sind die Haare aufgelöst und müssen nur noch abgewischt oder weggespült werden. Am einfachsten ist es, die Creme auszutragen, mehrere Minuten zu warten und dann in die Dusche zu springen, um die Haare mitsamt der Creme abzuwaschen: Einfach und stressfreier geht es kaum.

2. Es ist eine einfache Methode

Wirklich jeder kann sich mittels Creme enthaaren. Die Anwendung sollte dich vor keine Schwierigkeiten stellen: Du musst nur eine Schicht Creme auf die Hautstellen auftragen, in der Regel musst du nun 3 bis 6 Minuten warten (die genaue Zeitangabe steht auf der Schachtel oder in der Gebrauchsanweisung).

Passe auf, dass du die Creme nicht länger auf der Haut lässt, als  in der Gebrauchsnweisung angegegben, ansonsten könnte es zu Hautirritationen kommen. Viel mehr kannst du eigentlich nicht falsch machen.

3. Mit Enthaarungscremen kannst du schwer zu erreichende Hautstellen erreichen

Enthaarungscremen sind sehr gut dazu geeignet, schwer zu erreichende Körperstellen zu enthaaren: Sei es die Enthaarung des Rückens oder der Intimzonen. Wichtig ist nur, dass die Creme nicht in Kontakt mit den Schleimhäuten kommt, die durch Enthaarungscremen stark gereizt werden können.

4. Enthaarungscremen sorgen für eine  glatte Haut

Enthaarungscremen sorgen dafür, dass die Haut glatt wird. Es sprießen jedoch schon nach wenigen Tagen neue Haare nach. Die Wirkung ist also nicht ganz so langfristig, wie beim Waxing oder Sugaring., hält jedoch länger an als bei der Rasur.

5. Enthaarungscremen sind günstig….Wirklich?

Vermutlich denkst du, dass Enthaarungscremen sehr günstig sind, da eine Packung schon ab 5 Euro gekauft werden kann.Wenden wir einfache Mathematik an, um zu sehen, wie billig oder teuer die Methode über einen längeren Zeitraum ist.

Du zahlst also 5 Euro für eine Packung, um am gesamten Körper haarlos zu sein. Nach circa 5 tagen musst du den Vorgang wiederholen, was noch einmal 5 Euro ausmacht. Über das gesamte Monat wirst du durchschnittlich 6 Sessions durchführen. Dadurch zahlst du 30 Euro in einem Monat.

Um dieses Geld könntest du dir schon einen günstigen Epilierer kaufen oder sogar ein gesamtes Waxing-Kit, das deinen Körper länger als einen Monat haarfrei halten kann. Nachteil dieser beiden Optionen ist natürlich, dass sie Schmerze verursachen

Nachteil:

Die meisten Enthaarungscremes riechen ziemlich schlecht

Zugegeben: Die Industrie hat in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, so dass Enthaarungscremen heute weniger übelriechender sind, wie noch in der Vergangenheit. Trotzdem: Gut riecht kaum eine Creme.

So entfernst du deine Haare mit einer Haarentfernungscreme

Folgende Schritte sollten befolgt werden, damit die Haarentfernungscreme ihre volle Wirkung entfalten kann:

1. Achte auf eine saubere und trockene Haut

Die Haut sollte sauber und trocken sein: Kein Makeup, keine Pflegelotions, keine Öle oder sonstiges

2. Trage die Enthaarungscreme in einer dünnen Schicht auf die Haut auf

Trage die Creme in einer dünnen Schicht auf die Haut auf. Diese Schicht muss aber nicht dick sein, außerdem sollte die Creme nicht in die Haut eingerieben werden. Es reicht aus, sie auf der Hautoberfläche wirken zu lassen

3. Lasse die Creme 5 bis 10 Minuten einwirken

Die Einwirkzeit kann je nach Creme variieren. Du solltest den Anweisungen in der Gebrauchsanweisung Folge leisten. Manche Frauen meinen, dass die Wirkung stärker ist, je länger man die Creme einwirken lässt. Das kann aber zu Hautirritationen führen.

4. Entferne die Creme nach Ablauf der Zeit

Wenn die Einwirkzeit verstrichen ist, kannst du die Creme einfach abwischen. Dabei werden die Haare mitgenommen. Alternativ könntets du auch in die Dusche steigen und die Creme mitsamt den Haaren abwaschen.

5. Reinige die betroffenen Hautstellen gut

Die betroffenen Hautstellen müssen gut gereinigt werden. Achte darauf, dass keine Rückstände der Haarentferungscreme auf der Haut zurück bleiben.

6. Belohne deine Haut mit einer Pflegecreme

Das Bearbeiten deiner Haut mit einer Enthaarungscreme ist sehr anstrengend für dein Organ. Belohne deine Haut deshalb nach der Behandlung mit einer feuchtigkeitsspendenden Pflegecreme.

Haarentfernungscremen gegen Damenbärte

Auch ein Damenbart lässt sich problemlos mittels Enthaarungscreme entfernen. Wenn du vorher noch nie eine Haarentfernungscreme verwendet hast, solltest du die Creme unbedingt auf einer kleinen Stelle deiner Haut testen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass deine Oberlippe irritiert wird.

Ein Nachteil dieser Methode ist, dass die Haare schon nach 5 Tagen wieder nachwachsen, da die Wurzeln nicht zerstört werden. Aus diesem Grund empfehlen viele Frauen nachhaltigere Methoden zur Entfernung eines Damenbarts.

Bikinizone enthaaren mit Enthaarungscreme

Besonders beliebt sind Enthaarungscremen für die Anwendung in der Bikinizone. Dafür gibt es viele Gründe:

Viele Frauen scheuen sich, mit einem Rasierer oder einem Rasiermesser in ihrem Intimbereich zu werken. Sugaring oder Waxing reizt wiederum die empfindliche Haut in dieser Körperregion sehr stark. Enthaarungscremen sind somit für diese Region eine willkommene Alternative. Wichtig ist nur, dass die Creme nicht in Kontakt mit den empfindlichen Schleimhäuten kommt, da diese sehr stark gereizt werden können. Bedenke auch, dass die Wirkung der Creme nur für 5 Tage andauern wird, dann musst du wieder enthaaren.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Grundsätzlich sind alle im Handel erhältlichen Enthaarungscremen getestet und gut verträglich. Es können aber beim Auftargen natürlich allergische Reaktionen auftreten. Daher ist es ratsam, die Creme zuerst auf einem kleinen Körperareal zu testen. Es wird auch davor abgeraten, die Creme auf dem ganzen Körper aufzutragen und sie nicht länger aufgetragen zu lassen, wie es in der Gebrauchsanweisung angegeben ist. Nach der Anwendung solltest du deine Haut etwas gutes tun und sie mit Pflegebalsam beruhigen.

Fotos © Amazon.de

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